Tajemná místaATLAS DER GESCHICHTEN UND SAGEN
Jílové U Prahy · GESCHICHTE AUS DEM ATLAS

Kelley und Sendivogius

In Bergbauzentren findet man gewöhnlich auch Spuren von Alchemisten. Der bekannte englische Alchemist und Abenteurer Edward Kelley zog sich hierher zurück. In Jílové kaufte er die Häuser Fumberk und Markvartovský, Hrádek bei Jílové, weitere zwölf Häuser und die Brauerei. Das führte wiederholt zu Beschwerden der Bürger vor dem Landgericht. Kelley, eigentlich Talbot, wurde am 1. April 1555 im englischen Worcestershire geboren, weshalb er hier auch Engenlander hieß. Er arbeitete eine Zeit lang als Notar oder Apotheker. Wegen Betrugs wurden ihm in Leicester beide Ohren abgeschnitten. Auf dem Land fand er zufällig eine alte alchemistische Handschrift samt Projektionspulver.1582 lernte er den gelehrten Arzt und Alchemisten John Dee kennen. (Siehe Třeboň.) Auf Einladung des polnischen Adligen Łaski reisten beide 1583 nach Polen und von dort nach Prag. Kelley arbeitete zunächst in Třeboň bei Vilém von Rožmberk. Nach Dees Landesverweisung trat er in kaiserliche Dienste. Zuerst wurde er im Haus Tadeáš Hájeks von Hájek geprüft, wo er eine Transmutation ausführte, die Gassendi, Matouš von Brandov und Libavius erwähnen. Rudolf II. erhob ihn zum Ritter von Imany, nachdem er bereits in den böhmischen Adel aufgenommen worden war. Drei Jahre arbeitete er auf der Prager Burg und erwarb in dieser Zeit auch seine Güter in Jílové. Vilém von Rožmberk schenkte ihm nahe Besitzungen: Nová Libeň, Okrouhlo, Bohuliby, Oleško, Záhořany, Hodkovice, Kamenná Vrata, Obora, Ostrov, Petrov, Třebsín und die Burg Libeřice, heute Libeř, zumeist westlich von Jílové. Er heiratete Johanna und hatte mit ihr einen Sohn Jan Adam und eine Tochter Johanna Alžběta. Auch sein jüngerer Bruder kam aus England und heiratete hier. Anfang Mai 1591 verschwand Kelley plötzlich aus Prag. Er soll im Duell den kaiserlichen Beamten Jiří Hunkler getötet haben. In Soběslav wurde er eingeholt und auf der Burg Křivoklát eingesperrt. Dort folterte und verhörte man ihn über die Herstellung des Steins der Weisen. Sogar die englische Königin bat für ihn. Er versuchte die Flucht aus dem Turm Chuděrka, doch das Seil riss, er brach sich ein Bein und wurde erneut gefangen. Auf Bitten seiner Frau und Viléms kam er schließlich frei, durfte aber nicht mehr an den Hof. Wieder verschuldete er sich. Nach dem Tod seines Gönners Vilém wurde er erneut eingesperrt, diesmal in Most. Dort schrieb er sein Hauptwerk De lapide philosophorum, widmete es dem Kaiser, konnte sich aber eine bittere Bemerkung nicht verkneifen. Verärgert verschärfte der Kaiser die Haft. Bei einer erneuten Flucht brach Kelley sich das andere Bein. Der Kaiser befahl seine Überführung nach Prag. Als Kelley keinen Ausweg mehr sah, trank er Ende 1597 Gift. Ein weiterer Alchemist, dessen Spuren Jílové u Prahy berühren, war Michael Sendivogius. (Siehe Kravaře.) Zuerst wohnte er bei Kelley, doch das Städtchen entsprach seinen ehrgeizigen Plänen nicht. Er gelangte an den Prager Hof und kaufte erst später von Kelleys Witwe das Haus Fumberk. Dorthin floh er vor der in Prag drohenden Pest. Aufgrund einer Anzeige nahmen ihn hier Altstädter Musketiere fest und brachten ihn ins Prager Gefängnis. In den folgenden Jahren verkaufte er seinen Besitz in Jílové.

WO SICH DER ORT BEFINDET

Lage und Karte

Ort
Jílové U Prahy
Gemeinde / Ausgangspunkt
Jílové U Prahy
Bezirk / Region
Praha-západ
Land
Tschechien
Entfernung und Richtung
20 km SO von Prahy

In Bergbauzentren findet man gewöhnlich auch Spuren von Alchemisten. Der bekannte englische Alchemist und Abenteurer Edward Kelley zog sich hierher zurück. In Jílové kaufte er die Häuser Fumberk und Markvartovský, Hrádek bei Jílové, weitere zwölf Häuser und die Brauerei. Das führte wiederholt zu Beschwerden der Bürger vor dem Landgericht. Kelley, eigentlich…

Ungefähre Lage auf der Karte

Der Link sucht nach Jílové U Prahy und Umgebung. Der genaue Schauplatz dieser Sage ist in den Quellen nicht belegt.

Auf Mapy.com anzeigen ↗

Ungefähre Lage · Suche nach Gemeinde oder Gebiet. Die Entfernung stammt aus den Quellen und ist keine aktuell berechnete Streckenlänge.

QUELLEN DER ERZÄHLUNG

Quellen des ursprünglichen Atlas Tajemná místa · Seite 152

Diese Sage bewahrt eine volkstümliche Erzählung. Ihre Motive sind kein Beleg für übernatürliche Ereignisse.

Geben Sie die Geschichte weiter.