Tajemná místaATLAS DER GESCHICHTEN UND SAGEN
VĚTRNÝ JENÍKOV · BAUEN BIS ZUM HAHNENSCHREI

Větrný Jeníkov: Ein einziger Hahn vereitelte die Teufelsburg auf dem Peklo

Farbige Illustration der Sage im Stil einer Zeichnung des 19. Jahrhunderts
Eigene Illustration der Sage im Stil einer farbigen Zeichnung des 19. Jahrhunderts

Es hätte ein prächtiger Sitz werden können. Der örtlichen Sage nach begannen Teufel auf dem Hügel Peklo bei Větrný Jeníkov ihre eigene Burg zu bauen. Doch sie hatten eine Bedingung, die in solchen Erzählungen immer wiederkehrt: Die Arbeit muss enden, bevor der Hahn kräht. So wird die höllische Baustelle zum Wettlauf mit dem Morgen.

Ein Hügel mit einem erzählenden Namen

Die Quelle des Atlas verortet Peklo südöstlich von Větrný Jeníkov, im Zálesí an der Straße nach Jihlava, und nennt eine Höhe von 699 Metern. Für die Sage sind Steine nicht nur Steine. Verstreute Felsblöcke werden zu Überresten eines Werks, das jemand im ungünstigsten Augenblick verlassen musste. Der Name des Hügels, der Hölle bedeutet, bietet der Erzählung eine natürliche Bühne.

Die Teufel brauchen laut der Sage die Nacht. Solange ihre Zeit währt, können sie Burgmauern aufschichten und an die fertige Anlage glauben. Doch das Ende bestimmen nicht sie. Die Regel ist einfach und unerbittlich: Der Hahnenschrei bedeutet Schluss. Keine zusätzliche Stunde, keine letzte Ausnahme für einen angefangenen Turm. Gerade diese Grenze verleiht ihrer Stärke einen Schwachpunkt.

Zum Markt steht man früh auf

Noch vor Tagesanbruch kommen zwei örtliche Bäuerinnen vorbei. Sie gehen mit Geflügel zum Markt nach Jihlava. Sie sind nicht aufgebrochen, um Teufel zu vertreiben, und die Sage macht aus ihnen keine Kämpferinnen. Ihr Weg gehört zur gewöhnlichen Welt der Arbeit und des Handels. Deshalb wirkt die Begegnung beider Handlungen so gut: Ein alltäglicher morgendlicher Gang kreuzt eine außergewöhnliche nächtliche Baustelle.

Dann kräht einer der Hähne. In diesem Augenblick soll alles entschieden sein. Die Teufel müssen aufhören und von ihrem unvollendeten Sitz fliehen. Ein Vorhaben, das Höllenkräfte erforderte, scheitert an einer Stimme vom Bauernhof. Die Erzählung braucht weder Zweikampf noch listigen Vertrag. Es genügt, dass über den Hügel ein Marktweg führt und ein Hahn keine Rücksicht auf Baupläne nimmt.

Ein Stein von einem zornigen Baumeister

Das umgestürzte Gestein soll laut der Sage als Erinnerung an die Flucht auf dem Hügel bleiben. Ein weiteres Motiv betrifft das Wäldchen Bláhovska: Auf einem Stein soll sich der Abdruck eines Teufelshufs zeigen. Einer der wütenden Teufel habe sich am Städtchen rächen wollen, sei aber fehlgetreten. Auch das ist Volksüberlieferung, keine bewiesene Erklärung der Steinform. Peklo bleibt ein Ort, an dem eine Geschichte der gewöhnlichen Landschaft eine andere Dimension verleiht – und an dem nicht der Teufel, sondern der Hahn das letzte Wort hat.

WO SICH DER ORT BEFINDET

Lage und Karte

Ort
Větrný Jeníkov
Gemeinde / Ausgangspunkt
Větrný Jeníkov
Bezirk / Region
Jihlava
Land
Tschechien
Entfernung und Richtung
13 km NW von Jihlavy

Südöstlich von Větrný Jeníkov liegt in Zálesí an der Straße nach Jihlava der Berg Peklo (699 m), die Hölle. Dort bauten Teufel einst ihre Burg, die bis zum Hahnenschrei fertig sein musste. Doch noch vor Tagesanbruch kamen zwei Bäuerinnen mit Geflügel auf dem Weg zum Markt in Jihlava vorbei. Einer der Hähne krähte gerade, als sie den unfertigen Höllensitz…

Ungefähre Lage auf der Karte

Der Link sucht nach Větrný Jeníkov und Umgebung. Der genaue Schauplatz dieser Sage ist in den Quellen nicht belegt.

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