Im Hof der Burg Budyně steht im Vorsprung eines Erkers an einer abgeschrägten Ecke, direkt gegenüber dem eintretenden Besucher, eine etwa 80 cm hohe Sandsteinfigur, die seit jeher Kvasnička heißt. Sie zeigt einen sitzenden bärtigen Greis mit gutmütigem, konzentriertem Gesichtsausdruck, spitzer Mütze, knielangem Mantel und mittelalterlichen Stiefeln. Beide Hände liegen vor ihm. Einst ruhten sie auf dem Griff eines alten Schwertes, dessen Spitze den Boden berührte. In neuerer Zeit wurde das korrodierte Schwert ungeschickt durch einen großen Hammer ersetzt. Die Augen der Figur blicken aufmerksam schräg nach unten zum Boden. Anders als die oben erwähnte Überlieferung behauptet eine Sage, Jan Zbyněk Zajíc von Házmburk habe durch Alchemie Gold entdeckt. Er ließ daraus verschiedene Figuren gießen, darunter zwölf goldene Apostel und eine Henne mit zwölf goldenen Küken. Diese Schätze verbarg er tief in den Kellern seines Budyner Palastes. Die Kvasnička-Figur, die einst am Tor des heute abgerissenen Hauptflügels stand, blickte genau auf jene Kellerstelle, an der das Gold des Schlossherrn verborgen war, und bezeichnete so unauffällig den Weg zum Versteck. Neben ihrer Rolle als symbolischer Schatzwächter verkörpert sie einen aufmerksamen Alchemisten, der mit Hilfe seiner magischen Mittel den Arbeitsfortschritt verfolgt. Die Figur ähnelt auffallend der Darstellung eines Alchemisten an Notre-Dame in Paris.
Lage und Karte
- Ort
- Budyně Nad Ohří
- Gemeinde / Ausgangspunkt
- Budyně Nad Ohří
- Bezirk / Region
- Litoměřice
- Land
- Tschechien
- Entfernung und Richtung
- 9 km W von Roudnice nad Labem
Der Link sucht nach Budyně Nad Ohří und Umgebung. Der genaue Schauplatz dieser Sage ist in den Quellen nicht belegt.
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Quellen des ursprünglichen Atlas Tajemná místa · Seite 77
Diese Sage bewahrt eine volkstümliche Erzählung. Ihre Motive sind kein Beleg für übernatürliche Ereignisse.