Tajemná místaATLAS DER GESCHICHTEN UND SAGEN
Blaník - Hora · GESCHICHTE AUS DEM ATLAS

Das schlafende Heer

Die bekannte Sage erzählt, dass in Böhmens größter Not Brunclíks wundertätiges Schwert aus der Karlsbrücke in Prag hervorkommen, aufflammen und sich zum Berg Blaník wenden werde. Mit dreifachem Schwingen werde es Herzog Wenzel zu Hilfe rufen, der dort mit seinem Gefolge schlafen soll. Danach werde das Schwert zur Moldau hinabsinken und zischend für immer verschwinden. Im Gebiet um Blaník, in Louňovice, Načeradec, Světlá und vielen weiteren Dörfern, erzählte man von Begegnungen der Einwohner mit den Rittern vom Blaník. Einmal diente ihnen eine Magd, ein anderes Mal beschlug ein örtlicher Schmied ihre Pferde. Man sagt, der slawische Fürst Stojmír habe sich hier einst gegen einen unbekannten Stamm verteidigt. Im grausamen Kampf wurden er und seine Männer getötet, ihre Leichen aber nicht gefunden. Daraus soll die ursprüngliche Sage entstanden sein, sie seien im Inneren des Berges verborgen. Später verbreiteten sich in Böhmen Erzählungen von Wundern auf dem Berg, und zahlreiche Wallfahrten führten dorthin. Sogar Magister Jan Hus trat dagegen auf, weil er sie für Irrglauben hielt. Im 18. Jahrhundert, einer Zeit drückender Unterdrückung, verbreitete sich erneut die Legende vom verborgenen Heer, nun unter Herzog Wenzels Führung. In Böhmens größter Not werde sich die dürre Eiche auf dem Gipfel des Velký Blaník begrünen, und die ausgetrocknete Quelle darunter werde so viel Wasser geben, dass es den Hang hinunterfließe. Dann werde der versteinerte Löwe auf dem Kalvarienberg von Miličín lebendig, zur Veřejová skála laufen und gewaltig brüllen. Der Felsen werde sich öffnen, das Heer erwachen, hinausreiten und die Feinde vernichten, bis sich das Wasser der Blanice vom Blut röte. Auch nach der Weissagung der Sibylle werde das Heer zur entscheidenden Schlacht aus dem Blaník ausziehen und den Feind bis Köln am Rhein treiben, wo er vernichtet werde. Dort werde das Heer verschwinden und nicht mehr in den Berg zurückkehren. Blaník ist das Vorbild und der bekannteste Vertreter der Berge, in denen bei uns ein schlafendes Heer verborgen sein soll. Mit kleinen Abwandlungen erzählt man dasselbe vom Boubín, Oškobrh, Turov und der Kunětická hora in Böhmen, vom Hostýn und der Čantoryje in Mähren und Schlesien sowie vom Sitno in der Slowakei.

WO SICH DER ORT BEFINDET

Lage und Karte

Ort
Blaník - Hora
Gemeinde / Ausgangspunkt
Blaník
Bezirk / Region
Benešov
Land
Tschechien
Entfernung und Richtung
21 km O von Votic
Ungefähre Lage auf der Karte

Der Link sucht nach Blaník und Umgebung. Der genaue Schauplatz dieser Sage ist in den Quellen nicht belegt.

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QUELLEN DER ERZÄHLUNG

Quellen des ursprünglichen Atlas Tajemná místa · Seite 60

Diese Sage bewahrt eine volkstümliche Erzählung. Ihre Motive sind kein Beleg für übernatürliche Ereignisse.

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